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Worte, die nahe liegen,
aber in die Ferne weisen,
sind gute Worte.

Aus China

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Kleines Texter-1x1

Gute Texte können kurz sein und sachlich. Sie können plakativ sein, den Leser seitenlang mit Anekdoten fesseln oder ihm Satz für Satz die Augen öffnen. Möglich, dass sie schmeicheln oder unverblümt zum Leser sprechen, dass sie erheitern oder traurig stimmen. Bisweilen bringen sie die Pointe am Schluss oder fallen mit der Tür ins Haus. Und doch gibt es für gute Texte einen gemeinsamen Nenner: Sie sind verständlich und anregend. Dafür ein paar Tipps.


1.

Ziel stecken, Route planen, Koffer packen: Die Gedanken zuerst in eine schlüssige Abfolge zu bringen, hilft – beim Start und unterwegs.

2.

Sagen Sie es in einfachen Worten, auch wenn die Sache kompliziert ist: Ausschweifende, verschachtelte Sätze, verneinende Aussagen und unnötige Fremdwörter und Fachbegriffe verderben manchem Leser die Laune.

3.

Mit Verben machen Sie Tempo – am besten solchen, die eine aktive Handlung benennen.

4.

Nehmen Sie es genau: Anstatt „ein praktisches Lexikon der Anatomie“, besser „ein Bildlexikon der Anatomie mit mehr als 7.000 Fachbegriffen und 689 Abbildungen auf 530 Seiten.

5.

Erzählen Sie in Bildern, die kraftvoll sind wie Geysire, farbenfroh wie Pfauenfedern und frisch wie Minze.

6.

Kurze Sätze, lange Sätze – spielen Sie mit den Satzlängen, lauschen Sie der Satzmelodie und tönen Sie mit den Wörtern.

7.

Sind Wörter oder Satzteile überflüssig? Streichen Sie sie.

8.

Die ersten Zeilen entscheiden, ob es funkt. Ist der Einstieg relevant, aufschlussreich, verblüffend – kurz: ist er interessant genug, um den Leser zu gewinnen?

9.

Lesen Sie Ihren Text laut vor und achten Sie auf Ungereimtheiten: Sind Ihre Gedanken nachvollziehbar? Sind Ihre Sätze im Fluss?

10.

Wenn Sie Zeit haben: Schlafen sie drüber. Am nächsten Tag bügeln Sie die letzten Fältchen aus – bis der Text sitzt, Zeile für Zeile, Wort für Wort.

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